Großes Interesse und kritische Fragen
zum Standort für Windkraftanlagen im Wald
Waldspaziergang am Sonntag, 21.
Februar 2010
Fast 200 Menschen aller Altersgruppen hatten
am Waldspaziergang teilgenommen, um sich über den Standort mitten im
Kirberger und Nauheimer Wald zu informieren, an dem die Gemeinden
Hünfelden und Hünstetten möglicherweise Windkraftanlagen errichten
wollen.
Eingeladen dazu hatte die Bürgerinitiative „Keine
Windkraft im Wald von Hünfelden und Hünstetten“, in deren Namen Arndt
Preußer die Teilnehmer begrüßte.
Bärbel Leukel und Frauke Dietz,
die beiden Sprecherinnen der Bürgerinitiative, waren beeindruckt von der
großen Resonanz. „Wir haben mit dreißig, vierzig Teilnehmern gerechnet.
Das zeigt, wie sehr dieses Thema die Menschen bewegt.“ Schließlich
hatten sich die Beteiligten auch vom Winterwetter nicht abhalten lassen,
den zweistündigen Rundweg auf tief verschneiten Wegen durch den Wald
mitzugehen. 
Auch etliche Gemeindevertreter aus den beiden Gemeinden nutzten die
Möglichkeit, sich vor Ort einen Eindruck vom betroffenen Wald zu machen.
Sie sind es, die letztlich die Entscheidung treffen müssen, ob dort in
absehbarer Zeit tatsächlich Windkraftanlagen stehen sollen.
Dass
dies nicht von heute auf morgen geschehen wird, machte Sven Kunze
deutlich, der bei der Firma juwi für die Projektakquise im Bereich
Windkraft zuständig ist. „Für das Genehmigungsverfahren müssen noch
viele Gutachten von uns in Auftrag gegeben werden, unter anderem auch
ein ornithologisches Gutachten, bei dem in einem Jahreszeitraum die
Vogelwelt beobachtet wird.“ Warum diese und andere Fragen nicht
zuallererst geklärt werden, bevor Flächen ausgewiesen werden, fanden
einige Teilnehmer unverständlich.
Von der Bürgerinitiative
waren einzelne Bereiche mit Absperrband markiert worden, um die Flächen
darzustellen, die pro Windkraftanlage gerodet werden müssen. Je Anlage
werden 5.600 m² Waldfläche benötigt, wovon nach Abschluss der Arbeiten
jeweils 1.100 m² als Fundament und Kranaufstelle nicht wieder bepflanzt
werden können.
Sven Kunze wies darauf hin, dass bei der Rodung
natürlich beachtet werde, ob Windwurfflächen einbezogen oder angrenzende
Waldwege genutzt werden können, um so die tatsächliche Rodungsfläche zu
reduzieren. Dennoch waren die Bedenken bei den Anwesenden groß. Ein
Teilnehmer machte deutlich, dass gerade durch diese stellenweise Rodung
viele neue Angriffsflächen für zukünftigen Windwurf geschaffen werden. Insgesamt führte der Rundweg die Teilnehmer um etwa zwei Drittel der
insgesamt 52 Hektar großen Fläche, die im Regionalplan Mittelhessen als
„Vorrangfläche für Windenergie“ ausgewiesen ist sowie durch den
angrenzenden Ketternschwalbacher Wald. Auf der Hünstettener Seite ist
zwar keine Vorrangfläche festgelegt, jedoch sehen die Pläne der beiden
Gemeinden und der Firma juwi vor, ein gemeinsames Projekt mit insgesamt
zehn Windkraftanlagen zu verwirklichen, davon sechs Anlagen auf
Hünfeldener Seite. Die Gesamthöhe der Anlagen soll 185 m betragen.
Viele
Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, um dem Vertreter der Firma juwi
ihre Fragen zu stellen. Die überwiegende Mehrheit der Bürger blieb bei
ihrer Meinung, dass diese Anlagen nicht in den Wald gehören; sie
dokumentierten dies mit ihrer Unterschrift bei der
Unterschriftensammlung der Bürgerinitiative.
Als nächste
Veranstaltung plant die Bürgerinitiative in Zusammenarbeit mit den
Gemeinden Hünfelden und Hünstetten eine Besichtigungsfahrt zu zwei
Standorten der Firma juwi am Samstag, 27. März. Anmeldungen hierzu sind
bis z um 17.03.2010 über die Gemeindeverwaltung Hünfelden, Herr Dauenhauer, (E-Mail:
hp.dauenhauer@huenfelden.de) oder über die Gemeindeverwaltung Hünstetten möglich.In der Bildmitte (von rechts nach links):
von der Bürgerinitiative
Bärbel Leukel
(mit grünem Schal) und Arndt Preußer;
Sven Kunze von juwi
(mit orangenem
Ordner), der das Windkraft-Projekt er-
läutert.
Pressebericht in der Idsteiner Zeitung vom 24.02.2010
Pressebericht in der Nassauischen Neuen Presse vom 03.03.2010
